Die Kurzantwort
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe – also eine fest eingebaute Split-Klimaanlage mit Heizfunktion – kann ein Haus in der Regel allein heizen, wenn ihre Heizleistung zur berechneten Heizlast passt und die warme Luft alle Räume erreicht. Sie macht aber kein Warmwasser, Bad und Räume ohne Innengerät bleiben kühler, und bei Frost taut das Außengerät regelmäßig ab. Im Vergleich zur Luft-Wasser-Wärmepumpe ist sie günstiger, aber weniger komfortabel. Gefördert wird sie über die KfW auch, wenn die alte Heizung bleibt – dann ohne Klimageschwindigkeits-Bonus.
Auf einen Blick
- Heizlast nach DIN EN 12831: grob 40 bis 130 W pro m², je nach Dämmung.
- Kaltklima-Modelle heizen laut Hersteller bis −30 °C (z. B. Daikin Nepura).
- Abtauen bei Frost: laut Midea typischerweise 5 bis 15 Minuten pro Zyklus.
- Kein Warmwasser: Eine Warmwasser-Wärmepumpe kostet laut Stiftung Warentest im Schnitt ca. 2.775 € plus ca. 500 € Einbau.
- Förderung: 30 % Grundförderung (ab 2027: 15 % plus 15 % EU-Bonus), mit Boni bis 70 %.
1 · Reicht das?
Reicht eine Luft-Luft-Wärmepumpe als einzige Heizung?
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann ein Haus in der Regel allein heizen, wenn ihre Heizleistung zur Heizlast passt und die warme Luft alle Räume erreicht. Technisch ist sie nichts anderes als eine fest eingebaute Split-Klimaanlage mit Heizfunktion: Sie kehrt den Kältekreis um und holt Wärme aus der Außenluft. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hält sie unter passenden Bedingungen für eine Möglichkeit, eine alte Heizung zumindest raumweise zu ersetzen – besonders in Häusern ohne Heizkörper, wo ein neues Rohrnetz teuer wäre.
Damit das als Hauptheizung funktioniert, müssen vier Dinge stimmen:
- Heizleistung: Die Geräte schaffen die Heizlast auch an den kältesten Tagen deiner Region.
- Grundriss: Wohnräume liegen offen genug, dass ein Innengerät mehrere Bereiche erreicht. Für Bad und kleine Räume brauchst du eine Ergänzung.
- Dämmung: Laut Verbraucherzentrale entscheidet der Dämmstandard, ob die Anlage effizient läuft.
- Warmwasser: Die Anlage macht kein warmes Wasser – dafür brauchst du ein eigenes Gerät.
Heizlast: Wie viel Heizleistung das Haus braucht
Die Heizlast gibt an, wie viel Wärme pro Stunde ein Haus am kältesten Auslegungstag verliert – und so viel muss die Anlage dann liefern. Sie hängt von Dämmung, Fenstern, Lüftung und der Region ab. Fachbetriebe rechnen sie nach DIN EN 12831 Raum für Raum; für die KfW-Förderung ist diese Berechnung Pflicht.
Der kälteste Tag hat eine Zahl: Die Norm-Außentemperatur ist die Außentemperatur, für die eine Heizung ausgelegt wird. Sie ist je nach Ort verschieden – in höheren Lagen deutlich niedriger als in milden Regionen. Die Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe zeigt den Wert für deine Postleitzahl.
Grob überschlagen kannst du mit den Anhaltswerten unseres Heizkosten-Rechners: rund 40 W pro m² in gut gedämmten, 80 W in durchschnittlichen und 130 W in schlecht gedämmten Häusern. Für 130 m² wären das 5,2, 10,4 oder 16,9 kW. Für die Planung ersetzt das keine Berechnung – zu hoch geschätzt, laufen die Geräte oft im Takt; zu niedrig, wird es an Frosttagen kalt.
Wichtig beim Datenblatt: Die Heizleistung auf dem Prospekt gilt meist bei +7 °C außen. Frag nach der Leistung bei −7 °C und bei der Norm-Außentemperatur deines Orts – sie ist deutlich niedriger.
Bei Frost: Abtauen und Kaltklima-Modelle
Bei Frost holt eine Luft-Luft-Wärmepumpe weniger Wärme aus der Luft und muss ihr Außengerät regelmäßig abtauen – das ist normal und kein Defekt. Beim Heizen ist der Wärmetauscher draußen kälter als die Luft. Feuchtigkeit setzt sich daran als Reif oder Eis ab, besonders bei feuchtem Wetter um den Gefrierpunkt.
So läuft das Abtauen: Das Gerät erkennt Eis am Außengerät und taut es automatisch ab. In der Zeit kommt kaum Wärme ins Zimmer. Midea beschreibt das in der Anleitung der PortaSplit: Der Lüfter des Innengeräts läuft langsamer weiter, ein Abtauzyklus dauert typischerweise etwa 5 bis 15 Minuten, danach heizt das Gerät automatisch weiter. Draußen dampft es dabei oft, und Tauwasser läuft aus dem Außengerät – plane einen Ablauf, der nicht zufriert und keinen Weg vereist.
Kaltklima-Modelle: Für kalte Regionen bieten mehrere Hersteller eigene Serien an, oft als „Nordic“ oder „Cold Region“ bezeichnet. Ein Beispiel ist Daikins Serie Nepura: Laut Hersteller arbeitet sie bis −30 °C Außentemperatur, und die Bodenplatte des Außengeräts hat serienmäßig eine Heizung, damit sich dort kein Eis aufbaut. Zum Vergleich: Die mobilen Split-Geräte in unserem Vergleich heizen laut Hersteller bis −10 °C, die Wandgeräte ohne Außengerät von Olimpia Splendid bis −15 °C.
Bad, Flur, Küche: Räume ohne Innengerät
Ein Innengerät heizt vor allem den Raum, in dem es hängt – Räume dahinter werden nur mitgeheizt, wenn die warme Luft durch offene Türen hinkommt. Das klappt in offenen Wohnbereichen gut, in Häusern mit vielen kleinen Zimmern schlechter. Ein Raum hinter einer geschlossenen Tür bleibt spürbar kühler.
- Bad: Hier willst du es oft wärmer als im Rest des Hauses. Üblich ist eine elektrische Ergänzung, etwa ein Handtuchheizkörper oder eine Infrarotheizung. Weil das Bad meist nur kurz warm sein muss, bleiben die Stromkosten überschaubar – was ein Elektroheizer pro Stunde kostet, steht im Vergleich Heizlüfter oder Klimaanlage.
- Flur und Treppe: Ein Innengerät im Flur oder am Treppenauge verteilt Wärme oft auf mehrere Räume. Warme Luft steigt nach oben – das Obergeschoss profitiert, das Erdgeschoss weniger.
- Schlafzimmer: Viele schlafen lieber kühl. Ein eigenes Gerät dort lohnt sich vor allem, wenn du im Sommer auch kühlen willst.
Komfort: Luftstrom, Geräusch, kalte Füße
Warme Luft fühlt sich anders an als ein Heizkörper oder eine Fußbodenheizung, und nicht jeder mag das. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass der ständige Luftstrom stören und Staub aufwirbeln kann und dass die Geräusche von Innen- und Außengerät bei der Auswahl zählen.
- Kalter Boden: Warme Luft sammelt sich oben im Raum. Ohne Fußbodenheizung bleibt der Boden kühler – Teppiche und Hausschuhe helfen.
- Lamellen: Beim Heizen die Lamellen nach unten stellen, damit die warme Luft erst den Boden erreicht.
- Geräusch nachts: Innengeräte haben einen Flüstermodus, das Außengerät arbeitet bei Frost aber hörbar. Wie laut es beim Nachbarn sein darf, steht im Split-Ratgeber.
- Gleichmäßig laufen lassen: Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten, wenn sie die Temperatur hält, statt morgens aus dem kalten Haus hochzuheizen.
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2 · Planen, Kosten, Förderung
Single-Split oder Multi-Split zum Heizen?
Zum Heizen sind mehrere Single-Split-Anlagen in der Regel die robustere Wahl, ein Multi-Split ist aufgeräumter an der Fassade. Beim Heizen fallen die Unterschiede stärker ins Gewicht als beim Kühlen, weil die Anlage monatelang durchläuft:
- Teillast: Ein großes gemeinsames Außengerät hat eine höhere Mindestleistung. Braucht nur ein Raum ein wenig Wärme, schaltet es eher häufig an und aus – das kostet Effizienz.
- Eine Betriebsart für alle: Bei vielen Multi-Split-Anlagen laufen alle Innengeräte im selben Modus. Im Frühjahr heizen unten und gleichzeitig oben kühlen geht dann nicht.
- Ausfall: Fällt das gemeinsame Außengerät im Winter aus, ist das ganze Haus kalt. Bei Single-Splits nur ein Raum.
- Förderung: Auch beim Multi-Split muss die Kombination aus Außen- und Innengeräten beim Heizen A++ erreichen.
Alle Unterschiede im Detail, auch zu Leitungen und Kosten, im Ratgeber Split-Klimaanlage: mehrere Räume. Lass dir am besten beide Varianten anbieten.
Was kostet eine Luft-Luft-Wärmepumpe fürs ganze Haus?
Für ein Haus mit vier Innengeräten solltest du mit Montage grob 8.000 bis 12.000 € einplanen, je nach Leitungswegen auch mehr. Das Vermittlungsportal Aroundhome nennt für eine Single-Split-Anlage für einen Raum ca. 2.100–3.500 € inklusive Montage, für eine Multi-Split-Anlage ca. 4.000–10.000 €. Die Spanne für vier Geräte stammt aus Erfahrungsberichten von Nutzern, nicht aus eigenen Angeboten. Davon geht die Förderung ab.
Im Betrieb ist die Anlage meist günstiger als Gas oder Öl. Ein Beispiel für ein Haus mit 130 m²:
| Heizung | Annahme | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| Luft-Luft-Wärmepumpe, Premiumklasse | SCOP 5,1 | ca. 950 € |
| Luft-Luft-Wärmepumpe, Einstiegsklasse | SCOP 4,3 | ca. 1.120 € |
| Gasheizung | 90 % Nutzungsgrad, Gas 12 ct/kWh | ca. 2.080 € |
| Ölheizung | 90 % Nutzungsgrad, Heizöl 17 ct/kWh | ca. 2.950 € |
Mit deinen eigenen Preisen rechnest du im Heizkosten-Rechner nach. Wie viel die bessere Geräteklasse spart und ob sich der Aufpreis lohnt, steht im Split-Ratgeber.
Förderung: auch wenn die Ölheizung bleibt
Eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion kann als Luft-Luft-Wärmepumpe über die KfW-Heizungsförderung (Nr. 458) bezuschusst werden – auch wenn die alte Öl- oder Gasheizung im Haus bleibt. Dann gibt es aber in der Regel nur die Grundförderung, nicht den Klimageschwindigkeits-Bonus: Den bekommt nur, wer danach keine fossile Heizung mehr nutzt.
- Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten, ab dem 1. Quartal 2027 nur noch 15 % – die anderen 15 % gibt es dann als Bonus für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU.
- Boni: Klimageschwindigkeits-Bonus und Einkommens-Bonus für Selbstnutzer, zusammen höchstens 70 bzw. 80 %.
- Bleibt die alte Heizung: Die Split-Anlage muss einen Mindestanteil an der Heizleistung der versorgten Räume haben – vereinfacht 30 % bei gleichzeitigem, 40 % bei abwechselndem Betrieb.
- Technik: Außengerät auf der BAFA-Liste, Klasse A++ oder A+++ beim Heizen, Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, Schnittstelle für den Netzbetreiber. Ab dem 1. Januar 2028 werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel wie R290 gefördert.
Alle Bedingungen, Fristen und ein Rechenbeispiel im Ratgeber Klimaanlage Förderung. Das ist keine Rechts- oder Förderberatung – maßgeblich sind die Unterlagen der KfW.
Checkliste fürs Angebot
- Heizlast schriftlich: Raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 mit der Norm-Außentemperatur deines Orts.
- Heizleistung bei Kälte: Leistung der angebotenen Geräte bei −7 °C und bei der Norm-Außentemperatur, nicht nur bei +7 °C.
- Effizienz: Energielabel beim Heizen mindestens A++, Außengerät auf der BAFA-Liste – sonst keine Förderung.
- Beide Varianten: Angebot für mehrere Single-Split und für Multi-Split, mit genauen Modellbezeichnungen von Innen- und Außengeräten.
- Außengerät: Standort mit Abstand zu Schlafzimmerfenstern, Ablauf fürs Tauwasser, das nicht zufriert, und eine Konsole mit Abstand zum Boden, damit Schnee das Gerät nicht zusetzt.
- Bad und Warmwasser: Wie werden Bad und Warmwasser versorgt? Das gehört in die Planung, nicht hinterher.
- Förder-Klausel: Vertrag erst mit der KfW-Zusage wirksam.
Erst ausprobieren: ein Raum mit wenig Aufwand
Du bist unsicher, ob dir Wärme aus der Luft gefällt? Auch kleinere Geräte heizen per Wärmepumpe. Für ein ganzes Haus sind sie nicht gedacht, aber für einen Winter im Wohnzimmer reichen sie, um Luftstrom, Geräusch und Kosten selbst zu erleben.
Bild: Midea Europe GmbHMidea PortaSplit
Mobiles Split-Gerät zum Selbstaufstellen, ohne Bohren: 3,5 kW Heizleistung und SCOP 4,0 (A+) laut Midea. Außengerät am Fenster oder auf dem Balkon.
- Heizleistung
- 3,5 kW
- Kühlleistung
- 3,5 kW
- Preis ca.
- 900–1.100 €
Olimpia Splendid Unico Pro 30 HP EVAN
Wandgerät für zwei Wanddurchbrüche, ohne Außengerät an der Fassade. Heizt laut Olimpia Splendid per Wärmepumpe mit COP 3,4 bis −15 °C außen.
- Heizleistung
- 1,8 kW
- Kühlleistung
- 2,6 kW
- Preis ca.
- 1.700 €
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3 · Warmwasser und Alternativen
Warmwasser: Das macht die Klimaanlage nicht
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe heizt nur die Raumluft und kann kein Warmwasser bereiten – dafür brauchst du ein eigenes System. Das betont auch die Verbraucherzentrale. Die üblichen Lösungen:
- Warmwasser-Wärmepumpe (Brauchwasser-Wärmepumpe): ein Speicher mit eigener kleiner Wärmepumpe, oft im Keller. Die fünf Geräte, die die Stiftung Warentest im Oktober 2026 geprüft hat, kosten im Schnitt ca. 2.775 €, dazu kommen rund 500 € für den Einbau. Für einen Haushalt mit 250 Litern Warmwasser am Tag rechnet die Stiftung mit im Mittel 533 € Strom pro Jahr bei 40 ct/kWh.
- Elektrischer Durchlauferhitzer: günstig in der Anschaffung, aber 1 kWh Strom ergibt nur 1 kWh Wärme – laut Stiftung Warentest holt eine Warmwasser-Wärmepumpe den Mehrpreis gegenüber Durchlauferhitzer oder Elektroboiler in weniger als drei Jahren wieder herein.
- Alte Heizung nur fürs Wasser: technisch möglich, kostet aber weiter Wartung und Grundgebühren – und für den Klimageschwindigkeits-Bonus darf keine fossile Heizung bleiben.
Luft-Luft oder Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die komfortablere Komplettlösung, eine Luft-Luft-Wärmepumpe die günstigere – vor allem in Häusern ohne Heizkörper und für alle, die im Sommer auch kühlen wollen. Hat dein Haus schon Heizkörper oder eine Fußbodenheizung, spricht viel für Luft-Wasser: Warmwasser inklusive, jeder Raum wird warm, kein Luftzug.
| Luft-Luft-Wärmepumpe (Split-Klimaanlage) | Luft-Wasser-Wärmepumpe | |
|---|---|---|
| Wie die Wärme in den Raum kommt | Warme Luft aus Innengeräten an der Wand | Warmes Wasser in Heizkörpern oder Fußbodenheizung |
| Warmwasser | Nein – braucht ein eigenes Gerät | Ja, über einen Speicher |
| Kühlen im Sommer | Ja, voll | Nur eingeschränkt, je nach Anlage (mehr dazu) |
| Räume ohne eigenes Gerät | Werden nur mitgeheizt, wenn die Luft hinkommt | Jeder Raum mit Heizkörper wird warm |
| Anschaffung | Vergleichsweise günstig, vor allem ohne vorhandene Heizkörper | Teurer; nutzt aber vorhandene Heizkörper und Rohre |
| Geräusch | Außengerät plus Lüfter der Innengeräte im Raum | Nur das Außengerät |
| Förderung (KfW 458) | Ja, unter Bedingungen (A++ beim Heizen) | Ja |
Kältemittel: R32 oder R290?
Viele Split-Anlagen arbeiten heute mit dem Kältemittel R32. Nach der EU-F-Gase-Verordnung dürfen Split-Geräte bis 12 kW mit solchen F-Gasen ab 2029 nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden; bereits installierte Anlagen dürfen weiterlaufen. Für die Förderung zählt schon früher das Kältemittel: Ab 2028 fördert die KfW nur noch Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel wie R290 (Propan). Wer erst 2028 oder später einbaut, sollte gleich nach R290-Geräten fragen. Mehr dazu im Ratgeber PortaSplit und das R32-Verbot.
Häufige Fragen
Kann eine Klimaanlage die einzige Heizung im Haus sein?
Ja, in der Regel schon: Eine fest eingebaute Split-Klimaanlage mit Heizfunktion arbeitet als Luft-Luft-Wärmepumpe. Voraussetzung ist, dass die Heizleistung zur Heizlast nach DIN EN 12831 passt und die warme Luft alle Räume erreicht. Für Warmwasser und meist auch fürs Bad brauchst du eine Ergänzung.
Wie viel Heizleistung braucht eine Luft-Luft-Wärmepumpe für ein Haus?
So viel wie die Heizlast des Hauses bei der Norm-Außentemperatur deines Orts. Grob sind das 40 W pro m² in gut gedämmten, 80 W in durchschnittlichen und 130 W in schlecht gedämmten Häusern – für 130 m² also etwa 5 bis 17 kW. Für Planung und Förderung rechnet ein Fachbetrieb die Heizlast raumweise nach DIN EN 12831.
Bis zu welcher Außentemperatur heizt eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Das hängt vom Gerät ab. Spezielle Kaltklima-Modelle heizen laut Hersteller bis −30 °C, etwa die Serie Nepura von Daikin. Die mobilen Split-Geräte in unserem Vergleich heizen bis −10 °C. Je kälter es ist, desto geringer sind Heizleistung und Effizienz – frag deshalb nach der Leistung bei −7 °C und bei der Norm-Außentemperatur.
Warum hört die Klimaanlage beim Heizen zwischendurch auf zu heizen?
Meist taut sie gerade das Außengerät ab. Bei Frost und feuchter Luft bildet sich dort Eis, das die Anlage automatisch abtaut. Laut Midea dauert ein Abtauzyklus typischerweise 5 bis 15 Minuten, danach heizt das Gerät von selbst weiter. Dampf am Außengerät ist dabei normal.
Gibt es Förderung, wenn die Ölheizung bleibt?
In der Regel ja: Die Split-Anlage kann als Luft-Luft-Wärmepumpe über die KfW-Heizungsförderung bezuschusst werden, auch wenn die Ölheizung bleibt. Den Klimageschwindigkeits-Bonus gibt es dann aber nicht, und die Anlage muss einen Mindestanteil an der Heizleistung der versorgten Räume haben – vereinfacht 30 % bei gleichzeitigem, 40 % bei abwechselndem Betrieb.
Wie bekomme ich mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe Warmwasser?
Gar nicht – die Anlage heizt nur die Raumluft. Üblich ist eine Warmwasser-Wärmepumpe mit eigenem Speicher; die von der Stiftung Warentest geprüften Geräte kosten im Schnitt ca. 2.775 € plus rund 500 € Einbau. Günstiger in der Anschaffung, aber teurer im Betrieb ist ein elektrischer Durchlauferhitzer.
Ist ein Multi-Split zum Heizen schlechter als mehrere Single-Split?
Oft ja: Ein großes gemeinsames Außengerät hat eine höhere Mindestleistung und schaltet bei wenig Wärmebedarf eher häufig an und aus. Viele Multi-Split-Anlagen können außerdem nur eine Betriebsart für alle Räume, und fällt das Außengerät aus, ist das ganze Haus betroffen. Dafür braucht ein Multi-Split weniger Platz an der Fassade.
Was ist besser: Luft-Luft- oder Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe liefert auch Warmwasser und heizt jeden Raum mit Heizkörper oder Fußbodenheizung, ist aber teurer. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist günstiger, kühlt im Sommer und lohnt sich vor allem in Häusern ohne Heizkörper. Hat dein Haus schon Heizkörper, spricht viel für Luft-Wasser.
Quellen
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Energietipp „Heizen mit der Klimaanlage – geht das?“ (26.08.2025, PDF, veröffentlicht über die Stadt Hermeskeil)
- Bundesverband Wärmepumpe: Klimakarte mit Norm-Außentemperaturen nach DIN/TS 12831-1 je Postleitzahl
- Baunetz Wissen: Heizlast
- co2online: Heizspiegel – Heizkosten pro m² im Vergleich
- Midea: Handbuch PortaSplit (PDF) – Abtaufunktion und Heizbetrieb
- Daikin Europe: Pressemitteilung zur Serie Nepura (Betrieb bis −30 °C, Bodenplatte mit Heizung)
- Eurovent: Zertifikat Mitsubishi Electric MSZ-HR35VF (SEER 6,2, SCOP 4,3)
- Eurovent: Zertifikat Mitsubishi Electric MSZ-LN35VG2 (SEER 9,5, SCOP 5,1)
- Aroundhome: Kosten für eine Klimaanlage mit Montage (aktualisiert Oktober 2026)
- KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458), PDF
- Förderrichtlinie BEG EM (BAnz AT 27.08.2026 B1), PDF
- BAFA: Liste der förderfähigen Wärmepumpen
- Stiftung Warentest: Warmwasser-Wärmepumpe rechnet sich schnell (19.10.2026)
- BDEW-Strompreisanalyse August 2026 (PDF)
- Verivox: Gaspreise
- HeizOel24: Heizölpreise