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Kaufberatung

Heizlüfter oder Klimaanlage: Was heizt günstiger?

Die Kurzantwort

Eine Klimaanlage mit Wärmepumpe heizt deutlich günstiger als ein Heizlüfter. Ein Heizlüfter macht aus 1 kWh Strom 1 kWh Wärme – auf voller Stufe (2.000 W) kostet er bei 31 Cent pro kWh rund 62 Cent pro Stunde. Eine Klimaanlage mit Wärmepumpe liefert laut Hersteller 3 bis 4 kWh Wärme pro kWh Strom, dieselbe Wärme kostet damit nur 16 bis 20 Cent. Ölradiator und Infrarotheizung sind nicht sparsamer als ein Heizlüfter. Aber: Heizen können nur Klimaanlagen mit Wärmepumpe, und nur zum Heizen lohnt sich die teure Anschaffung kaum – sinnvoll ist sie, wenn du im Sommer ohnehin kühlen willst.

Auf einen Blick

  • Heizlüfter mit 2.000 W: 2 kWh Strom pro Stunde, ca. 62 Cent bei 31 ct/kWh.
  • Heizlüfter, Ölradiator und Infrarotheizung: aus 1 kWh Strom wird 1 kWh Wärme.
  • Klimaanlage mit Wärmepumpe: 3,1 bis 4,0 kWh Wärme pro kWh Strom (Herstellerangaben).
  • Dieselbe Wärme kostet mit der Klimaanlage etwa ein Drittel bis ein Viertel.
  • Im Vergleich heizen 5 Geräte – die Monoblöcke kühlen nur.

So viel Strom braucht ein Heizlüfter

Die meisten Heizlüfter haben zwei Stufen, typisch sind 1.000 und 2.000 Watt. Auf voller Stufe zieht ein Heizlüfter mit 2.000 W in einer Stunde 2 kWh Strom – bei 31 Cent pro kWh sind das rund 62 Cent pro Stunde, auf kleiner Stufe rund 31 Cent. Läuft das Gerät mit Thermostat, schaltet es zwischendurch ab, dann liegt der Verbrauch darunter.

Der Grund für die hohen Kosten: Ein Heizlüfter wandelt Strom direkt in Wärme um. Aus 1 kWh Strom wird 1 kWh Wärme – nicht mehr. Das gilt laut Verbraucherzentrale genauso für Ölradiatoren, Konvektoren und Infrarotheizungen. Weil Strom pro kWh deutlich teurer ist als Gas oder Heizöl, ist Heizen mit diesen Geräten teuer.

Heizlüfter, Ölradiator, Infrarot oder Klimaanlage: die Kosten im Vergleich

Eine Klimaanlage mit Wärmepumpe arbeitet anders: Sie erzeugt die Wärme nicht selbst, sondern holt sie aus der Außenluft und pumpt sie in den Raum. Der Strom treibt nur den Kompressor an. Deshalb liefert sie laut Herstellerangaben aus 1 kWh Strom 3 bis 4 kWh Wärme. Für dieselbe Wärme wie eine Stunde Heizlüfter brauchst du nur ein Drittel bis ein Viertel des Stroms:

HeizgerätWärme aus 1 kWh StromStrom für 2 kWh WärmeKosten für 2 kWh Wärme
Heizlüfter (2.000 W)1 kWh2,0 kWhca. 62 ct
Ölradiator1 kWh2,0 kWhca. 62 ct
Infrarotheizung1 kWh2,0 kWhca. 62 ct
Klimaanlage mit Wärmepumpe, COP 3,13,1 kWh0,65 kWhca. 20 ct
Klimaanlage mit Wärmepumpe, SCOP 4,04,0 kWh0,5 kWhca. 16 ct
Zum Vergleich: Gasheizung–2,2 kWh Gasca. 27 ct
2 kWh Wärme entsprechen einer Stunde Heizlüfter auf voller Stufe. Strom 31 ct/kWh, Gas 12 ct/kWh bei 90 % Nutzungsgrad – dieselben Werte wie im Heizkosten-Rechner. COP 3,1 und SCOP 4,0 sind Herstellerangaben von Geräten aus unserem Vergleich.

Rechenbeispiel: Arbeitszimmer im Winter

Du heizt an 20 Tagen im Monat ein Arbeitszimmer, weil die Zentralheizung den Raum nicht warm genug bekommt oder du sie nicht für die ganze Wohnung aufdrehen willst. Pro Tag braucht der Raum 5 kWh Wärme. So unterscheiden sich die Stromkosten:

HeizgerätStrom pro TagKosten pro Monat (20 Tage)Kosten pro Winter (5 Monate)
Heizlüfter, Ölradiator, Infrarot5,0 kWhca. 31 €ca. 155 €
Klimaanlage, COP 3,11,6 kWhca. 10 €ca. 50 €
Klimaanlage, SCOP 4,01,25 kWhca. 8 €ca. 39 €
Annahme: 5 kWh Wärme pro Tag (5 Stunden mit durchschnittlich 1 kW, weil das Thermostat zwischendurch abschaltet), Strom 31 ct/kWh. Bei Frost liegt die Effizienz der Wärmepumpe unter dem Datenblattwert.

Für deinen eigenen Raum – mit Raumgröße, Dämmung und deinen Preisen – rechnet der Heizkosten-Rechner die Kosten pro Jahr aus.

Welche Klimaanlagen heizen können

Heizen kann nur eine Klimaanlage mit Wärmepumpe, die ihren Kältekreis umkehrt. Monoblöcke mit Abluftschlauch heizen meist gar nicht – keiner der Monoblöcke in unserem Vergleich hat eine Heizfunktion. Diese 5 Geräte aus dem Vergleich heizen:

GerätBauartHeizleistungEffizienz Heizen
Midea PortaSplitMobiles Split3,5 kWSCOP 4,0
Trotec PAC-S 3510 SH WiFiMobiles Split2,2 kWSCOP 4,0
Olimpia Splendid Unico Pro 30 HP EVANWandgerät ohne Außengerät1,8 kWCOP 3,4
Olimpia Splendid Unico Evo 25 HP PVANWandgerät ohne Außengerät1,7 kWCOP 3,1
Trotec PAC-W 2650 SH WiFiWandgerät ohne Außengerät2,3 kWCOP 3,1
Laut Herstellerdatenblättern. SCOP = Durchschnitt über die Heizperiode, COP = Wert bei +7 °C außen. Die Monoblöcke im Vergleich und die PortaSplit Cool können nicht heizen.

Wann lohnt sich die Klimaanlage – und wann reicht der Heizlüfter?

  • Klimaanlage, wenn du sie ohnehin kaufst: Wer im Sommer kühlen will, bekommt mit einem Gerät mit Wärmepumpe das sparsame Heizen dazu. Nur zum Heizen ist eine Klimaanlage teuer: Im Rechenbeispiel spart sie rund 100 bis 115 € pro Winter – bei einem Gerätepreis von ca. 900–1.100 € (PortaSplit) dauert es viele Jahre, bis sich das allein über das Heizen rechnet.
  • Klimaanlage für die Übergangszeit: Im Herbst und Frühjahr arbeitet die Wärmepumpe am effizientesten. Wer dann einen Raum mit der Klimaanlage heizt und die Zentralheizung später einschaltet, spart am meisten.
  • Heizlüfter für kurze Einsätze: Morgens 15 Minuten im Bad, ein selten genutztes Gästezimmer oder als Notlösung bei einem Heizungsausfall – dafür ist ein Heizlüfter günstig in der Anschaffung und schnell warm. Die Verbraucherzentrale rät, ihn nur räumlich und zeitlich begrenzt zu nutzen.
  • Kein Dauerbetrieb mit dem Heizlüfter: Als Ersatz für die Heizung ist er die teuerste Lösung. Auch Ölradiator und Infrarotheizung sparen keinen Strom – sie geben die Wärme nur anders ab.

Ölradiator und Infrarotheizung: wirklich sparsamer?

Nein. Beide machen wie der Heizlüfter aus 1 kWh Strom 1 kWh Wärme. Der Ölradiator heizt langsamer auf, speichert die Wärme im Öl und gibt sie gleichmäßig und leise ab – angenehm im Schlafzimmer, aber nicht günstiger. Die Infrarotheizung erwärmt vor allem Flächen und Körper statt der Luft; das fühlt sich bei gleicher Lufttemperatur etwas wärmer an, an der Stromrechnung ändert das wenig. Kleine Steckdosen-Heizlüfter aus der Onlinewerbung hält die Verbraucherzentrale als Heizungsalternative für ungeeignet: Sie haben zu wenig Leistung für einen ganzen Raum.

Heizlüfter sicher benutzen

  • Direkt in die Wandsteckdose: Ein Heizlüfter zieht bis zu 2.000 W und mehr. Mehrfachsteckdosen gehören laut Brandursachenstatistik des Instituts für Schadenverhütung zu den häufigsten elektrischen Brandursachen – vor allem wegen Überlastung. Schließ den Heizlüfter deshalb nicht an eine Steckdosenleiste oder Kabeltrommel an.
  • Abstand halten: Nicht abdecken, keine Wäsche darüber trocknen, Abstand zu Vorhängen, Möbeln und Bettzeug.
  • Nicht unbeaufsichtigt: Nicht nachts oder außer Haus laufen lassen, außer das Gerät ist ausdrücklich dafür ausgelegt.
  • Auf Schutzfunktionen achten: Überhitzungsschutz, Kippschutz und ein Prüfzeichen wie „GS“ (geprüfte Sicherheit). Für das Bad brauchst du ein Gerät mit passender Schutzart gegen Spritzwasser.

Für kurze Einsätze: Heizlüfter mit Thermostat, Überhitzungs- und Kippschutz.

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Klimaanlagen, die im Winter heizen

Midea PortaSplit: Außengerät auf dem Innengerät, verbunden über die flexible LeitungBild: Midea Europe GmbH
Am effizientesten

Midea PortaSplit

Mobiles Split-Gerät: kühlt im Sommer, heizt im Winter bis −10 °C außen. Ohne Installateur, das Außengerät hängt am Fenster oder steht auf dem Balkon.

Heizleistung
3,5 kW
Effizienz
SCOP 4,0
Preis ca.
900–1.100 €
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Illustration: Trotec PAC-S 3510 SH WiFi
Die Alternative

Trotec PAC-S 3510 SH WiFi

Ebenfalls mobiles Split-Gerät mit 3,5 kW Kühlleistung und Heizfunktion – mit SCOP 4,0 laut Hersteller genauso effizient beim Heizen.

Heizleistung
2,2 kW
Effizienz
SCOP 4,0
Preis ca.
900–1.100 €
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Illustration: Trotec PAC-W 2650 SH WiFi
Fest an der Wand

Trotec PAC-W 2650 SH WiFi

Wandgerät ohne Außengerät mit der höchsten Heizleistung unter den Wandgeräten im Vergleich. Braucht zwei Kernbohrungen.

Heizleistung
2,3 kW
Effizienz
COP 3,1
Preis ca.
1.150–1.180 €
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Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht ein Heizlüfter pro Stunde?

Ein Heizlüfter mit 2.000 W braucht auf voller Stufe 2 kWh Strom pro Stunde. Bei 31 Cent pro kWh kostet das rund 62 Cent pro Stunde, auf der kleinen Stufe mit 1.000 W rund 31 Cent. Mit Thermostat schaltet das Gerät zwischendurch ab, dann liegt der Verbrauch darunter.

Ist Heizen mit der Klimaanlage günstiger als mit dem Heizlüfter?

Ja, wenn die Klimaanlage eine Wärmepumpe hat. Sie liefert laut Hersteller 3 bis 4 kWh Wärme pro kWh Strom, ein Heizlüfter nur 1 kWh. Dieselbe Wärme, für die ein Heizlüfter eine Stunde lang 62 Cent kostet, kostet mit der Klimaanlage etwa 16 bis 20 Cent.

Ist ein Ölradiator sparsamer als ein Heizlüfter?

Nein. Ölradiator und Heizlüfter machen beide aus 1 kWh Strom 1 kWh Wärme. Der Ölradiator heizt langsamer, gibt die Wärme aber gleichmäßiger und leiser ab. Bei gleicher Wärme kostet er gleich viel Strom.

Spart eine Infrarotheizung Strom gegenüber einem Heizlüfter?

Kaum. Auch eine Infrarotheizung macht aus 1 kWh Strom 1 kWh Wärme. Sie erwärmt vor allem Flächen und Körper, was sich etwas wärmer anfühlen kann – an den Stromkosten pro kWh Wärme ändert das nichts.

Darf ich einen Heizlüfter an eine Mehrfachsteckdose anschließen?

Besser nicht. Ein Heizlüfter zieht bis zu 2.000 W und mehr, Mehrfachsteckdosen gehören zu den häufigsten elektrischen Brandursachen – vor allem durch Überlastung. Steck den Heizlüfter direkt in eine Wandsteckdose und lass ihn nicht unbeaufsichtigt laufen.

Kann jede Klimaanlage heizen?

Nein. Heizen kann nur eine Klimaanlage mit Wärmepumpe, die ihren Kältekreis umkehrt. In unserem Vergleich sind das die mobilen Split-Geräte Midea PortaSplit und Trotec PAC-S 3510 SH sowie drei Wandgeräte ohne Außengerät. Die Monoblöcke im Vergleich kühlen nur.

Quellen

Angaben laut Herstellern, Händlern und den genannten Quellen, keine eigenen Tests oder Messungen. Preise: übliche Saisonpreise im Handel, nicht der aktuelle Amazon-Preis. Letzte Prüfung: .