Klimaanlage Kaufberatung: worauf du beim Kauf achten musst
Die Kurzantwort
Entscheidend sind Bauart, Kühlleistung und Lautstärke: Ein Monoblock ist günstig, aber hörbar, eine PortaSplit leise und ohne Bohren, eine feste Split-Anlage am sparsamsten. Rechne mit 80 W Kühlleistung pro m², im Dachgeschoss mit 120 W. Vergleiche beim Geräusch nur Schalldruck mit Schalldruck – und kauf am besten zwischen Oktober und März.
Auf einen Blick
- Faustregel Kühlleistung: 80 W pro m², bei viel Sonne 100 W, im Dachgeschoss 120 W.
- Monoblöcke im Vergleich nehmen 0,6–1,6 kW auf – bei 6 Stunden täglich ca. 38–100 € im Monat.
- Zum Schlafen unter 40 dB(A) Schalldruck; Schallleistung auf dem EU-Label ist ein anderer, höherer Wert.
- R290 hat ein Treibhauspotenzial von 3, R32 von 675.
- Mobile Geräte werden nicht gefördert; KfW-Förderung nur für Luft-Luft-Wärmepumpen als Heizung.
Die vier Bauarten im Überblick
Monoblock (mobil)
ab ca. 250 €laut, weniger effizientAlles in einem Gerät, Abluft über Schlauch durchs Fenster. Ohne Montage nutzbar, aber hörbar: laut Datenblättern rund 43–53 dB(A) Schalldruck. Wichtig: Fensterabdichtung kaufen, sonst strömt warme Luft nach.
PortaSplit (mobiles Split)
leise, effizientab ca. 1.000 €Außengerät hängt am Fenster oder steht auf dem Balkon. Keine Bohrung, kein Fachbetrieb. Die beste Lösung für Mieter, die nachts kühlen wollen.
Ohne Außengerät (Wandgerät)
Fassade bleibt freiWanddurchbruchFest an der Außenwand montiert, zwei Bohrungen nach draußen. Gut, wenn Außengeräte verboten sind.
Split-Klimaanlage (fest)
am effizientestenab ca. 1.500 € inkl. MontageLeiseste und sparsamste Lösung, kühlt auch mehrere Räume (Multisplit). Montage in der Regel durch zertifizierten Kälte-Fachbetrieb.
Welche Kühlleistung für welche Raumgröße?
Als Faustregel gelten 80 Watt Kühlleistung pro Quadratmeter bei normaler Lage, 100 W bei viel Sonne und 120 W im Dachgeschoss (siehe Klimaanlage fürs Dachgeschoss). Zu schwache Geräte laufen ständig auf Volllast und kühlen trotzdem nicht ausreichend.
| Raumgröße | Normal | Sonnig | Dachgeschoss |
|---|---|---|---|
| 15 m² | 1,2 kW / 4.100 BTU | 1,5 kW / 5.100 BTU | 1,8 kW / 6.100 BTU |
| 20 m² | 1,6 kW / 5.500 BTU | 2,0 kW / 6.800 BTU | 2,4 kW / 8.200 BTU |
| 25 m² | 2,0 kW / 6.800 BTU | 2,5 kW / 8.500 BTU | 3,0 kW / 10.200 BTU |
| 30 m² | 2,4 kW / 8.200 BTU | 3,0 kW / 10.200 BTU | 3,6 kW / 12.300 BTU |
| 40 m² | 3,2 kW / 10.900 BTU | 4,0 kW / 13.600 BTU | 4,8 kW / 16.400 BTU |
Steht beim Gerät nur eine BTU-Zahl? Der BTU-Rechner rechnet sie in kW und Raumgröße um.
Was kostet der Betrieb?
Die Monoblöcke in diesem Vergleich nehmen laut Hersteller- und Händlerangaben etwa 0,6 bis 1,6 kW Strom auf. Bei 1,6 kW, 6 Stunden täglich und 31 ct/kWh sind das rund 2,98 € pro Tag oder knapp 90 € in einem heißen Monat, bei 0,6 kW rund 33 €. Den echten Verbrauch deines Geräts zeigt ein Energiekosten-Messgerät (siehe Zubehör). Wer eine eigene Photovoltaikanlage hat, kühlt tagsüber häufig mit eigenem Solarstrom – Hitze und Sonnenstrom fallen zeitlich zusammen.
Interaktiver Rechner: Wie viel Strom spart ein Split-Gerät gegenüber einem Monoblock – und wann rechnet sich der Aufpreis? Mit Sonnenschutz und Balkonkraftwerk-Modus.
Wie laut ist zu laut?
In Datenblättern stehen zwei verschiedene Werte, die oft verwechselt werden:
- Schalldruck (z. B. 39–49 dB(A)) ist das, was du in einem bestimmten Abstand hörst – meist 1 m. Er hängt von Abstand und Raum ab und wird je Lüfterstufe angegeben.
- Schallleistung (z. B. 57–63 dB(A)) beschreibt, wie viel Schall das Gerät insgesamt abgibt. Sie steht auf dem EU-Energielabel und liegt immer deutlich über dem Schalldruck.
Vergleiche deshalb nur gleiche Werte miteinander. Zum Schlafen gelten unter 40 dB(A) Schalldruck als angenehm. Das erreichen im Vergleich nur die PortaSplit im Silent-Modus und das Unico-Wandgerät auf kleiner Stufe, fest installierte Split-Anlagen liegen oft noch darunter. Die Monoblöcke kommen laut Datenblatt auf etwa 43–53 dB(A). Mehr dazu im Ratgeber Klimaanlage fürs Schlafzimmer.
Klimaanlage in der Mietwohnung
Mobile Geräte und PortaSplit-Geräte ohne bauliche Veränderung darfst du in der Regel ohne Zustimmung nutzen. Für Bohrungen, Außengeräte an der Fassade oder feste Split-Anlagen brauchst du die Erlaubnis des Vermieters, in Eigentumswohnungen oft einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft. Dies ist keine Rechtsberatung – im Zweifel vorher schriftlich anfragen. Einen Überblick mit Musterbrief findest du im Ratgeber Klimaanlage in der Mietwohnung.
Kältemittel: warum R290 gut ist
R290 (Propan) hat ein sehr geringes Treibhauspotenzial und ist bei mobilen Monoblock-Geräten inzwischen Standard. Die aktuelle Midea PortaSplit arbeitet noch mit R32; Midea hat für 2027 eine Generation mit R290 angekündigt, weil neue Geräte dieser Art mit R32 nach der EU-F-Gase-Verordnung voraussichtlich ab 2027 nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfen. Bereits gekaufte Geräte darfst du weiter betreiben. Die EU-F-Gase-Verordnung schränkt klimaschädliche Kältemittel schrittweise weiter ein – Geräte mit R290 sind daher auch zukunftssicher, was Wartung und Nachfüllung betrifft.
Der beste Zeitpunkt zum Kaufen
Klimageräte sind zwischen Oktober und März am günstigsten und gut verfügbar. Bei der ersten Hitzewelle im Juni oder Juli steigen die Preise erfahrungsgemäß deutlich und beliebte Modelle sind schnell ausverkauft. Auch Fachbetriebe für Split-Anlagen haben im Winter freie Termine.
Gibt es eine Förderung?
Für mobile Klimageräte und PortaSplit-Geräte gibt es keine staatliche Förderung. Fest installierte Luft-Luft-Wärmepumpen, also Split-Klimaanlagen mit Heizfunktion, können unter bestimmten Bedingungen über die Heizungsförderung der KfW bezuschusst werden – reine Kühlung wird nicht gefördert. Die Förderbedingungen wurden zum 21. Juli 2026 geändert (Überblick beim ADAC). Prüfe die aktuellen Bedingungen vor der Beauftragung direkt bei der KfW oder mit einem Energieberater, denn der Antrag muss in der Regel vor Vertragsabschluss gestellt werden.
Feste Split-Klimaanlage: Angebote vergleichen
Wer im Eigentum wohnt und dauerhaft mehrere Räume kühlen will, fährt mit einer fest installierten Split- oder Multisplit-Anlage am besten. Die Kosten hängen stark von Leitungslänge, Wandaufbau und Anzahl der Innengeräte ab. Hol dir mindestens drei Angebote von zertifizierten Fachbetrieben ein und achte darauf, dass Montage, Inbetriebnahme und Dichtheitsprüfung enthalten sind.
Richtig kühlen: so sparst du Strom
- Tagsüber Fenster zu und verschatten. Gelüftet wird nachts und früh am Morgen, wenn es draußen kühler ist.
- Türen schließen. Ein Gerät kühlt einen Raum, nicht die ganze Wohnung.
- Abluftschlauch kurz und gerade halten. Jede Knickstelle und jeder Meter mehr kostet Leistung.
- Maximal 6 Grad unter der Außentemperatur. 24 bis 26 Grad im Raum sind angenehm und schonen Kreislauf und Stromrechnung.
- Vorkühlen statt Volllast. Per Timer etwas früher starten, statt einen aufgeheizten Raum später mit voller Leistung herunterzukühlen.
- Filter regelmäßig reinigen. In der Saison etwa alle zwei bis vier Wochen – das hält die Leistung und die Luft sauber.
- Mit Solarstrom kühlen. Wer eine PV-Anlage oder ein Balkonkraftwerk hat, kühlt zur Mittagszeit fast gratis.
Fünf Mythen über Klimaanlagen
Klimaanlagen machen krank.
Probleme entstehen meist durch zu große Temperaturunterschiede, Zugluft direkt auf den Körper oder verschmutzte Filter. Richtig eingestellt und gewartet ist eine Klimaanlage unbedenklich.
Ein Ventilator kühlt den Raum.
Er bewegt nur Luft und lässt Schweiß schneller verdunsten. Die Raumtemperatur sinkt nicht – der Motor gibt sogar etwas Wärme ab.
Ein Gerät ohne Schlauch ist auch eine Klimaanlage.
Ohne Wärmeabfuhr nach draußen kann kein Gerät einen Raum wirklich kühlen. „Klimaanlagen ohne Schlauch“ sind fast immer Luftkühler. Was es ohne Schlauch wirklich gibt, steht im Ratgeber Klimaanlage ohne Abluftschlauch.
Je stärker das Gerät, desto besser.
Ein deutlich überdimensioniertes Gerät schaltet ständig an und aus, entfeuchtet schlechter und kostet unnötig viel in der Anschaffung. Nutze den Rechner im Vergleich.
Mobile Klimaanlagen sind Stromfresser.
Sie sind weniger effizient als Split-Geräte, aber bei gezieltem Einsatz in einem Raum bleiben die Kosten überschaubar – rechne mit dem Rechner im Vergleich nach.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Monoblock und Split-Klimaanlage?
Beim Monoblock steckt die gesamte Technik inklusive Kompressor im Gerät im Raum, die warme Abluft geht über einen Schlauch nach draußen. Bei Split-Geräten sitzt der Kompressor in einem Außengerät. Dadurch sind Split-Geräte im Raum deutlich leiser und effizienter.
Was bedeutet BTU bei Klimaanlagen?
BTU steht für British Thermal Unit und beschreibt die Kühlleistung. 1 kW entspricht etwa 3.412 BTU pro Stunde. Ein Gerät mit 9.000 BTU kühlt also mit rund 2,6 kW.
Kann man mit einer Klimaanlage heizen?
Ja, viele Split- und PortaSplit-Geräte arbeiten als Wärmepumpe und heizen in der Übergangszeit effizient. Mobile Monoblock-Geräte mit Heizfunktion sind meist weniger effizient und eher eine Notlösung.
Wann ist die beste Zeit, eine Klimaanlage zu kaufen?
Zwischen Oktober und März sind Klimageräte meist am günstigsten und gut verfügbar. Bei der ersten Hitzewelle steigen die Preise erfahrungsgemäß deutlich, und beliebte Modelle sind schnell ausverkauft.
Welches Kältemittel ist besser, R290 oder R32?
R290 (Propan) hat mit einem Treibhauspotenzial von 3 eine deutlich bessere Klimabilanz als R32 mit 675. Bei mobilen Monoblock-Geräten ist R290 inzwischen Standard, die aktuelle PortaSplit nutzt noch R32; die EU-F-Gase-Verordnung schränkt klimaschädliche Kältemittel schrittweise weiter ein.
Quellen
- Gerätedaten: Quellen im Klimaanlagen-Vergleich
- KfW-Heizungsförderung: ADAC, verbindlich ist kfw.de
- Kältemittel der PortaSplit (R32) und angekündigter Nachfolger mit R290: EU-Produktdatenblatt, heise, home&smart
- Treibhauspotenzial der Kältemittel (R32: 675, R290: 3): Anhang I der F-Gase-Verordnung (EU) Nr. 517/2014